Mai 2008
Liebe Patinnen und
Paten,
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Immer wieder werden
einzelne Patenkinder oder deren Familien von Krankheiten oder
anderen Schicksalsschlägen getroffen. In Notfällen
veranlasst Shanthimalai sofortige Hilfe; für längerfristige
Massnahmen wird die erforderliche Unterstützung sorgfältig
abgeklärt und danach festgelegt.
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Ein gutes Beispiel
dafür ist das Schicksal des neunjährigen Tamil Arasan
aus dem kleinen Dorf Pandittapattu:
Tamil Arasans Familie besitzt neben ihrem Haus mit drei engen
Räumen nur ein Kalb und ein winziges Stück Land, das
sie aber nicht bewirtschaften kann, weil es dort kein Wasser
gibt. Die elfjährige Sountairya besucht die Dorfschule,
und ihr jüngerer Bruder Tamil Arasan wird dank seiner Bildungspatenschaft
an der Sri Ramana Maharshi School (SRM-Schule) unterrichtet.
Im Dezember 2006 geschah etwas Erschreckendes: Der aufgeweckte
und fröhlichTamil Arasan wurde eines Abends plötzlich
bewusstlos und erwachte lange nicht mehr. Seine entsetzten Eltern
organisiertene
ein Taxi und fuhren die weite Strecke nach Vellore zum »Christian
Medical College«, dem eine Kinderklinik angeschlossen
ist. Dort wurde der Junge als Notfall behandelt und in den darauf
folgenden Tagen gründlich untersucht.
Tamil Arasan
(links) in der SRM Schule
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Die Familie vor
ihrem Häuschen.
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diagnostizierten die Ärzte eine Form von Epilepsie; sie verordneten
eine mehrjährige medikamentöse Behandlung sowie monatliche
Kontrolluntersuchungen. Tamil Arasan ging es glücklicherweise
bald wieder gut, aber mit den Kosten für die Taxifahrt, den
Klinikaufenthalt mit Untersuchungen und die Medikamente hätte
sich seine Familie auf unabsehbare Zeit hin hoch verschuldet.
Hier sprang Shanthimalai mit seinem Fonds für Bildungspatenschaften
rettend ein: Die gesamten Kosten für Tamil Arasans Krankheit
wurden übernommen. Seine Eltern sind zutiefst dankbar für
die umfassende Unterstützung ihres Sohnes.
Mittlerweile besucht der Junge die 4. Klasse. Dank der Medikamente
ist sein Zustand stabil, und er macht gute Lernfortschritte. Jeden
Monat fährt er mit Mutter oder Vater nach Vellore zur Kontrolle.
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Wie alle gesunden
Kinder liebt er es, in der Freizeit zu spielen.
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Sarasvati wohnt zusammen
mit ihrer Mutter und dem jüngeren Bruder Prasanth im Häuschen
ihrer Grossmutter, denn seit dem Tod von Sarasvatis Vater vor
zehn Jahren ist die Familie so arm, dass sie sich kein eigenes
Haus leisten kann.
Zusammen mit
der Grossmutter pflanzen sie auf einem gepachteten Acker Erdnüsse
und Blumen (für Girlanden) an. Die Hälfte des Ertrags
müssen sie jeweils dem Landbesitzer abgeben. Die 16-jährige
Sarasvati wird seit mehreren Jahren durch eine Bildungspatenschaft
unterstützt. Zur Zeit besucht sie die 11. Klasse der SRM-Schule.
Ihr Bruder lernt an der öffentlichen Schule; er konnte mit
Unterstützung von Shanthimalai ein einjähriges Skill
Training bei einem Schreiner absolvieren. Das heisst, dass der
Junge während den Wochenenden ins Schreinerhandwerk eingeführt
wurde. Nach Abschluss der Schule wird es für Prasanth deshalb
leichter sein, eine Lehrstelle zu finden.
Die
beiden jugendlichen Geschwister haben also gute Zukunftsaussichten
– ihre Mutter hingegen gar nicht. Sie arbeitet seit längerer
Zeit als Putzfrau in einem kleinen Hotel. Dort ging sie eine Beziehung
mit einem Koch ein. Dieser verheimlichte ihr, dass er AIDS hatte;
sie erfuhr dies erst kurz vor seinem Tod. |

Sarasvati
mit Mutter und Bruder |
Bei der darauf folgenden Untersuchung bekam sie die furchtbare
Gewissheit, dass er sie mit dem HIV-Virus angesteckt hatte.
Die Mutter vertraute sich Mr. Ravichandran, dem Verantwortlichen
für die Bildungspatenschaften des SRDT, an. Neben der schlimmen
Angst um sich selber und ihre Kinder fürchtete sie sich
auch sehr davor, dass die Nachbarn oder ihr Arbeitgeber von
ihrer Krankheit erfahren und sie verstossen würden.
Mr. Ravichandran konnte die Frau dazu bringen, sich im Gesundheitszentrum
des SRDT behandeln zu lassen. Im Rahmen des Armenfürsorge-Programms
des SRDT wurde ihr zudem eine monatliche Rente von 400 Rupien
(ca. 8.– € ) zugesprochen.
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Sarasvati
hilft ihrer Mutter beim Kochen. |
| Schulbildung
bedeutet auch Aufklärung, Bewusstseinsbildung und Aufbau
eines gesunden Selbstwertgefühls!
An der SRM-Schule findet in der 9. und 11. Klasse umfassender
Sexualunterricht statt; für indische Verhältnisse ist
das sehr fortschrittlich. Einem Teil der Jugendlichen wird im
Rahmen des staatlich unterstützten »Red Ribbon Club«
eine spezielle Ausbildung und der Auftrag gegeben, in ihrem sozialen
Umfeld AIDS-Aufklärung zu leisten. Sarasvati wird es –
im Gegensatz zu ihrer Mutter – möglich sein, aus dem
Gefängnis von Armut, Unwissenheit, Abhängigkeit und
Ausbeutung herauszutreten.
Dank einer fundierten Bildung bekommt sie die unschätzbare
Chance, ihr Leben in Eigenständigkeit und Würde selber
zu gestalten.
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| Diese
unschätzbare Chance bekommen Sarasvati und viele andere junge
Menschen dank Ihrer grosszügigen und treuen Unterstützung.
Dafür danken wir Ihnen von ganzem Herzen!
Mit freundlichen Grüssen
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Eva Stocker-Stotz
– Stiftungsrätin –
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Kuno Stocker
– Präsident – |