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im Juni 2008
Sehr
geehrte Spender, liebe Freunde,
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am
Anfang dieses Briefes steht der herzliche Dank an Sie alle,
die Sie mit großer Beständigkeit unsere Arbeit in
Shanthimalai so vertrauensvoll unterstützen!
Als
1994 die Sri Ramana Maharshi Matriculation Higher Secondary
Schule eingeweiht wurde, standen die folgenden Jahre ganz im
Zeichen des Auf- und Ausbaus. Jedes Jahr konnten – dank
Ihrer Hilfe – weitere Kinder aufgenommen werden, von denen
vor 6 Jahren die ersten die Schule mit qualifizierten Abschlüssen
verlassen konnten. Hier tat sich ein neues Feld auf: Nun ging
es darum, diesen jungen Erwachsenen nach ihrer Schulzeit zu
einer Berufsausbildung zu verhelfen. Shanthimalai nahm sich
dieser Aufgabe an und vermittelte die Schulabgänger in
passende Ausbildungsgänge, Studienkollegs und in Einzelfällen
auch an Hochschulen und Universitäten.
Um den steigenden Schulabgängerzahlen gerecht zu werden,
wurde im vergangenen Jahr das vormals »After School Programme
« (Ausbildungspatenschaften) genannte Projekt neu strukturiert
und mit mehr Geld ausgestattet. Das Projekt, das sich der Berufsausbildung
widmet, heißt jetzt: »Professional Training Programme
(PTP).«
Mittlerweile sind es rund 120 junge Frauen und Männer,
die dank dem Berufsausbildungs-Programm von Shanthimalai einen
Beruf erlernen können – sei es als Lehrlinge oder
Studenten. Alle Schülerinnen und Schüler der Sri Ramana
Maharshi Schule dürfen nach den Abschlussprüfungen
am Ende der 10. oder 12. Klasse einen Antrag auf weitere Unterstützung
stellen.
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Pachaimuthu (Mitte) bei der Ausbildung zum Elektriker
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| Doch
auch Schulabgänger einer staatlichen Tamil Medium Schule
können ins Berufsausbildungs-Programm aufgenommen erden,
wenn sie selber keine Möglichkeit finden, einen Beruf zu
erlernen. Ohne Geld und günstige Beziehungen ist es in Indien
praktisch unmöglich, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Ein gutes Beispiel dafür ist der 18-jährige Pachaimuthu
(im Bild 4. v. l. hinter seinem Ausbilder): Der schüchterne
junge Mann wohnt allein mit seiner Mutter in einer einfachen Hütte
im Dorf Chinna Palipattu.Seine Schwester hat bereits geheiratet,
und sein Vater wurde bei einer schrecklichen Schlägerei unter
Verwandtenso schwer am |
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Kopf verletzt, dass er nicht mehr bei seiner Familie leben kann.
Als Taglöhnerin verdiente die Mutter gerade so viel, um für
Pachaimuthu die Gebühren und das Schulmaterial an einer Tamil
Medium School bezahlen zu können.
Da die Klassen in öffentlichen Schulen aus 50 und mehr Jugendlichen
bestehen, ist dort keine individuelle Förderung möglich.
Deshalb benötigen alle Schüler vor den Abschlussprüfungen
private Nachhilfe. Die zusätzlichen Kosten dafür konnte
Pachaimuthus Mutter jedoch nicht aufbringen. Deshalb bestand der
Junge in einem Fach die Abschlussprüfung nicht. In ihrer
Verzweiflung darüber wandte sich die Mutter an Mr. Ravichandran,
unseren indischen Hauptverantwortlichen für das Berufsausbildungs-Programm.
Mr. Ravichandran veranlasste sofort Nachhilfeunterricht für
Pachaimuthu, der die Prüfung beim zweiten Anlauf dann ohne
Schwierigkeiten bestand.
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Berufsausbildung:
Industrial Training Centre, Thandarampet
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Danach
hatte Pachaimuthu den Wunsch, einen praktischen Beruf zu erlernen.
Mr. Ravichandran fand für ihn einen Ausbildungsplatz am Industrial
Training Centre im 15 km entfernten Thandarampet. Im Laufe von
zwei Jahren wird der junge Mann hier zum Elektriker ausgebildet.
Danach kann er entweder selbständig zu arbeiten beginnen
oder als Lehrling in einer grossen Firma noch ein Jahr lang weiter
lernen. Wenn Pachaimuthu mit dem Bus nach Thandarampet fährt,
kann er seine belastende Familiensituation hinter sich lassen.
Im Training Centre fühlt er sich geschätzt und geborgen.
Sein freundlicher Ausbildungsleiter, Mr. Sundaram, ist sehr zufrieden
mit ihm. Die Tür zu einer guten Zukunft steht offen. |
Zu einer
überaus warmherzigen Familie gehört die 20-jährige
Muthulakshmi aus dem Dorf Devanandal:
Vater und Mutter
sind stolz auf ihre Tochter, die grosses Interesse an einer
guten Ausbildung hat. Zur Zeit studiert Muthulakshmi am staatlichen
College in Tiruvannamalai Englisch. Die junge Frau musste ein
Jahr lang warten, bis sie einen der begehrten Plätze für
das zweijährige Bachelor-Studium in 'English-Literature‘
bekam. »Wir lassen sie so lange studieren, wie sie will«,
versichert ihre Mutter. Dies ist im ländlichen Südindien
keineswegs selbstverständlich, denn die meisten Eltern
einfacher Herkunft wollen ihre Töchter in diesem Alter
verheiraten. Sie selbst habe nie den Fuß in eine Schule
setzen können, erzählt die überaus herzliche
Mutter weiter.
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Vater,
Mutter und Muthulakshmi
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Ihre
Jugend verstrich mit Aufgaben wie Ziegen hüten, Kuhdung sammeln,
Blumen (für Girlanden) pflücken und Arbeiten im Reisanbau.
Ihren Kindern soll es besser ergehen!
Muthulakshmis Vater ergänzt: Er arbeite als Maurer und habe
ein grosses Wissen über den Hausbau. Aber als Ungelernter
ohne Schul- und Berufsabschluss bekomme er nie eine Chance, mehr
als ein einfacher, manchmal ausgebeuteter Arbeiter zu sein. Um
15 bis 20 Tage pro Monat arbeiten zu können, lebt der Vater
meistens im rund 200 km entfernten Chennai (früher: Madras)
und schläft dort auf den Baustellen. Sein 18-jähriger
Sohn, der seine Schulbildung leider abgebrochen hat, arbeitet
mit ihm zusammen. Muthulakshmi möchte Lehrerin werden, und
ihrer ersten Schülerin erteilt sie bereits Nachhilfeunterricht:
einem Nachbarmädchen aus einer notleidenden Familie, das
wie sie selber ohne liebevolle Unterstützung kaum eine Chance
hätte, ihre Talente zu entwickeln. |
Die Familie vor
ihrer einfachen Hütte |
Blick auf die Dorfstraße
in Devenandal
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| Die
persönliche Begleitung und Betreuung durch unseren langjährigen
Mitarbeiter Mr. G. Ravichandran ist eine wichtige Hilfe für
die jungen Leute aus den Dörfern, sich an den jeweiligen
Ausbildungs- oder Studienorten zurecht zu finden und die Ausbildung
erfolgreich zu Ende zu bringen. In regelmäßigen Abständen
kommen sie zurück nach Shanthimalai, treffen sich dort zum
Erfahrungsaustausch und manches Mal auch, um sich bei ihrem Mentor
Ravichandran Trost, Hilfe oder Rat zu holen (im Bild rechts mit
Studentinnen).
Die vorläufige Bilanz des Berufsausbildungs-Programms ist
bereits beachtlich: Insgesamt 45 Auszubildende arbeiten inzwischen
in folgenden Berufen, haben somit ein gesichertes Einkommen: Computerfachmann/frau,
Elektriker, Fahrer, Fräser, Hebamme, Installateur, Kfz-Mechaniker,
Korbflechter, Krankenschwester, Lehrer/in, Maschinenschlosser,
Schreiner, Steinmetz, Stenotypistin. Das Prinzip der Hilfe zur
Selbsthilfe ist hier ans Ziel gekommen. |
Mr. Ravichandran (rechts)
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| Im
Moment sind ca. 120 junge Leute in den verschiedenen Ausbildungsgängen
untergebracht. Darunter auch einige, die ein 2 oder ein 3-jähriges
Studium in folgenden Fächern absolvieren: Biologie, Chemie,
Computerwissenschaft, Englisch, Mathematik, Physik, Sozialwissenschaft
und Tamil. Bemerkenswert hierbei ist, dass auch die jungen Frauen
an naturwissenschaftlichen und technischen Ausbildungsgängen
rege interessiert sind. Andere arbeiten an ihrem Diplom als Computertechniker,
Elektro- und Elektronikingenieur, Feinmechaniker, Krankenpflegelehrer,
Laborant, Maschinenbauer, Monteur und Werkzeugmacher. |
Die jungen Männer
in der Ausbildungswerkstatt |
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Es
sind große Anstrengungen nötig , um das Berufsausbildungs-Programm
mit nötigen Geldmitteln auszustatten. Wenn Sie in Ihrem Bekannten-
und Freundeskreis Interessenten kennen, die gerne ein Kind durch
eine Ausbildungspatenschaft unterstützen möchten, wäre
das eine große Hilfe! Infos gibt es auch unter www.shanthimalai.org.
Die Ausbildungskosten
sind vor allem deshalb beträchtlich, weil die Teuerungsrate
in Indien aktuell immens hoch ist. In manchen Bereichen schnellten
die Preise im letzten halben Jahr um 100% nach oben! Bedingt durch
die hohen Schülerzahlen in unserer Schule (z. Z. knapp 1.300
Schüler) wird die Zahl der Abgänger und somit die Zahl
der Auszubildenden und Studenten in den kommenden Jahren ebenfalls
weiter ansteigen.
Die Attraktivität der Schule für die Dorfbewohner ist
sehr groß. Die Ergebnisse der jüngsten Prüfungen
fielen überdurchschnittlich gut aus. Das liegt zum einen
an der Größe der Klassen, die maximal 25 bis 30 Kinder
umfasst. Zum anderen sind viele unserer Lehrer sehr motiviert,
eine gute Unterrichts- und Erziehungsarbeit zu leisten, allen
voran der Schulleiter, der dafür sorgte, dass die Schüler
in vielen zusätzlichen Stunden sorgfältig und gründlich
auf die Jahresabschlussprüfungen vorbereitet wurden. Die
Eltern unterstützen die Schule gemäß ihren Möglichkeiten
auch finanziell, so dass man ohne Beschönigung sagen kann:
Hier tragen viele Menschen dazu bei, eine gute Sache voranzubringen,
die direkt dem sozialen Frieden und somit der Menschenwürde
dient. |
Sehr geehrte Spender,
liebe Freunde, mit einem herzlichen Danke für Ihre Hilfe
schließe ich diesen Brief und grüße Sie freundlich,
Ihre

Dr. med. Marianne Feja, 1. Vorsitzende
PS: Wie Sie vielleicht bemerken, haben wir unseren Auftritt
mit dem Logo erneuert. Wir freuen uns auf unserer Homepage www.shanthimalai.org
jederzeit über Resonanz!
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