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                                                                   November 2007

Sehr geehrte Spender, liebe Freunde 

Immer wieder gehen Meldungen über Kinderarbeit – vor allem auch in Indien – durch die Medien. Wir wollen Ihnen an einigen Beispielen aus unserem Projekt berichten, was wir vor Ort tun können, um den Teufelskreis aus Kinderarbeit und Armut zu verlassen.
Das Mädchen links heißt Vaigaswari und ist die Jüngste von 6 Geschwistern. Ihre drei Brüder haben das Dorf verlassen (eines von den 90 Dörfern, die zum Einzugsbereich von Shanthimalai gehören) und kümmern sich nicht um die Familie. Eine ältere Schwester arbeitet in einer Baumwollfabrik, die andere musste den Schulbesuch abbrechen, um ihren Eltern in dem kleinen Teegeschäft zu helfen. Der behinderte Vater (rechts von ihr auf der Bank) verdient sich ein wenig Geld durch Fahrradreparaturen. Vaigaswaris Schulbesuch belastet die Familie sehr. Um zu verhindern, dass auch sie die Schule abbricht, unterstützt Shanthimalai die Familie, indem man für die Kosten, die durch den Schulbesuch entstehen, aufkommt. Außerdem hat Shanthimalai Wochenendkurse für Schülerinnen und Schüler wie Vaigaswari organisiert. Hier erlernen die Jugendlichen verschiedene Grundfertigkeiten (»skill training«) von einigen Handwerksberufen wie Klempner, Schreiner oder Elektriker, so dass sie sich nach dem regulären Verlassen der Schule sofort durch eine qualifizierte Arbeit Geld verdienen können. Durch diesen Kompromiss kann man das elterliche Einverständnis leichter bekommen, die Kinder auf der Schule zu belassen. Momentan nehmen 41 Jugendliche an diesem Ausbildungstraining teil.

 


Der Junge Prasanth, 15 J., drohte im letzten Schuljahr die Schule abzubrechen. Sein Vater ist bereits verstorben, seine Mutter an AIDS erkrankt. In ihrer Verzweiflung zwang sie ihren Sohn Arbeit anzunehmen. Nun wird sie im Sri Ramana Maharshi Gesundheitszentrum medizinisch betreut, Shanthimalai unterstützt sie mit einer monatlichen Rente von 500 Rupien (ca. 14,70 CHF). Er gehört zu den Jugendlichen, die an Handwerkerkursen am Wochenende teilnehmen. Das Bild oben links zeigt ihn bei der Holzbearbeitung, rechts sieht man ihn und seine Mutter vor ihrer Hütte.
Ein anderer Junge, Nagaraj, 15 J. (rechts), brach die Schule ab, bevor sich seine Mutter Hilfe suchend an Shanthimalai wandte. Er nahm eine Zeit lang jede Arbeit an, um der Mutter, die von ihrem Mann verlassen worden war, beizustehen. Zu dritt wohnen sie (die Schwester Nadiya links) in einer strohgedeckten Hütte, für die sie monatlich 50 Rupien Miete bezahlen müssen. Im Bild unten sieht man ihn, wie er das von ihm gesammelte Feuerholz seiner Mutter übergibt. Shanthimalai nahm ihn in das Projekt zum Schutz arbeitender Kinder auf. Nun kann er wieder die Schule besuchen und lernt nebenher die Grundbegriffe der Sanitärinstallation.
Shanthimalai organisiert und finanziert seit September 2007 gemeinsam mit der indischen Organisation Isha Foundation den Einsatz einer neuen Mobilklinik. Das Fahrzeug ist gut ausgestattet und ermöglicht eine gründliche medizinische Erstversorgung. Der Gewinn für die Dorfgemeinschaften ist hoch, weil für viele Patienten der lange und beschwerliche Weg in unsere Armenklinik nicht möglich ist. Das Bild zeigt Dr. Murugan im Gespräch mit einer Patientin im Inneren der Mobilklinik.
Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt inzwischen mit fast 41% auf der Bildung der jungen Generation, gefolgt von der Gesundheitsfürsorge (24%). Die restlichen Ausgaben (Währungen und Prozente) sehen Sie auf der beigelegten Bilanz vom SRDT. Da der Wechselkurs z. T. großen Schwankungen unterliegt, kann hier nur ein ungefährer Durchschnittswert angegeben werden.

Zum Schluss bleibt mir nur wieder von Herzen zu danken für Ihre treue Hilfe in all den Jahren.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich

Ihre


Kuno Stocker
Präsident

Bilanz der Stiftung Freundeskreis Indien

und des

Shanthimalai Research and Development Trust